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Holten 2026 M. Emmeling

Magazin

Welt im Dorf

KonzertberichtRückblick

Von Karl-Martin Flüter

Veranstaltungen

feat. Mindaugas Stumbras

11. JULI 2026 · 18:00 Uhr · 48496 Hopsten

Hümmlinger Str. 2a
feat. Mindaugas Stumbras

12. JULI 2026 · 16:00 Uhr · Im Stiftsgarten - 48629 Metelen

Foto 1
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©Stumbras

Europa trifft sich am Dorfteich in Lienen, im Schlossgarten in Metelen und am Heimathaus in Hopsten-Schale. Der Gitarrist Mindaugas Stumbras aus Litauen, der Kontrabassist Caspar van Meel aus den Niederlanden und der Münsteraner Perkussionist Sebastian Netta waren am vergangenen Wochenende im Kreis Steinfurt unterwegs. Zu hören war improvisierte Musik, geprägt von volkstümlichen Melodien.

Jazz auf dem Land: Das ist nicht selbstverständlich. Doch wie die gut besuchten Konzerte in Lienen, Hopsten und Metelen zeigten, geht das. Mehr noch, die Konzertorte beeinflussten auch die Musik, die auf einer mobilen „Bonsai-Bühne“ erklang.

Die meisten musikalischen Themen stammten von Mindaugas Stumbras. Der Musiker, nach eigener Einschätzung tief in der Musik seiner Heimat verwurzelt, ist weltweit unterwegs, spielt Flamenco genauso wie brasilianische Musik oder improvisiert mit iranischen Künstlern. Das ist den Melodien anzuhören. Das Trio improvisiert über romantische Spannungsbögen, die jedem Klischee ausweichen, weil sie Einflüsse verschiedener Kulturen integrieren.

Im Konzert entsteht aus diesen Vorlagen etwas spontan Neues. „Wir versuchen einen Sound mit dem Trio zu finden“, sagt Sebastian Netta, „die Musik entwickelt sich im Zusammenspiel. Da ist viel Intuition im Spiel. Alles Wissen, alles Können der drei Musiker muss zusammenkommen. Das hat schon im vergangenen Jahr, als wir das erste Mal zusammen waren, sehr gut funktioniert.“

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MSL Trio + Mindaugas
©C Durgeloh-Netta

Sebastian Netta ist nicht nur Musiker, sondern auch Mitveranstalter der Konzerte. Der Münsteraner reist mit seiner „Bonsai-Bühne“ durch das Münsterland und Westfalen, um in „Wald- und Wiesenkonzerten“ die „Welt ins Dorf“ zu bringen und „kulturelle Blühstreifen“ anzulegen – so die Titel seiner Veranstaltungsprogramme. Es geht immer um dasselbe: Jazz auf dem Land, europäische Musiker, die zusammenspielen, und die Nähe zur Natur und ländlichen Kultur.

Mit diesem Vorhaben ist er seit einigen Jahren sehr erfolgreich. In Münster beginnt im August die dritte Wiederholung der „Jazz Jumelage“ und auch der Kreis Steinfurt ist zum wiederholten Male Ort dieser besonderen Konzerte. Mittlerweile ist Netta grenzübergreifend unterwegs, in Holland oder in Spanien, oft im Zuge von Gegeneinladungen der beteiligten Musiker.

Möglich ist das alles, weil Sebastian Netta in den Städten und Gemeinden des Münsterlandes Partner mit Verständnis für sein musikalisches Völkerverständigungsprojekt findet. Martin Schmitt, Leiter des Europabüros im Kreis Steinfurt und Koordinator des Programms „Europe direct“ ist einer von ihnen.

Für Schmitt sind die Jazzkonzerte eine besonders gut geeignete Form, den europäischen Gedanken zu transportieren. „Sie finden im öffentlichen Raum und kostenlos statt, sind also für jeden zugänglich“, sagt er. Obwohl es sich um Jazz handelt, der schnell als abgehoben gilt, seien die Konzerte mit Sebastian Netta „nicht elitär“ und der Volksmusik verbunden und deshalb eine Bereicherung für das lokale Kulturleben.

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©Durgeloh-Netta

Die drei Konzerte fanden im Rahmen der europäischen Beziehungen statt, die im Kreis Steinfurt gepflegt werden. Zu Litauen, dem Heimatland von Mindaugas Stumbras, bestehen gute Kontakte, ebenso zum Nachbarland, den Niederlanden, aus dem Caspar van Meel kommt. Der holländische Bassist ist wie seine beiden Mitmusiker offen für viele Genres. Er komponiert auch für große Orchester, so die Bochumer Symphoniker oder die Düsseldorfer Tonhalle.

Musikalische Könnerschaft, vielseitige kulturelle und europäische Einflüsse und das alles in einer ländlichen Umgebung: Auch das ist aktueller, moderner Jazz, der es schafft, neue Zuhörergruppen zu erreichen.

AKarl-Martin Flüter