Am 29. August reisen wir mit dem MünsterLand Trio nach Navarra. Gemeinsam mit unserem Freund Alberto Arteta beschließen wir das Jazzfestival Zubipean in Puente la Reina. Gespielt wird unter der großen romanischen Brücke, über die seit Jahrhunderten Menschen auf dem Jakobsweg ziehen. Für unser Programm könnte es kaum einen passenderen Ort geben.

Diese Einladung bedeutet uns viel. Wir fahren als Musiker nach Spanien und tragen dabei das Münsterland im Namen. Sebastian Altekamp lebt in Billerbeck, ich selbst bin in Osterwick geboren und der Region bis heute eng verbunden. Ruud Ouwehand kommt aus Enschede und gehört seit vielen Jahren zu meinen wichtigsten musikalischen Weggefährten. Unsere gemeinsame Geschichte reicht weit zurück. Wir kennen den Klang, die Haltung und die musikalischen Gedanken des anderen. Das gibt uns die Freiheit, auf einen Solisten, einen Ort und den Augenblick unmittelbar zu reagieren.
Mit Alberto Arteta ist aus einer musikalischen Begegnung eine Freundschaft entstanden. Wir lernten uns 2025 bei der Jazz Jumelage in Heek kennen. Alberto brachte von Anfang an diese besondere Verbindung aus Feuer, Formbewusstsein und großer melodischer Fantasie mit. Seitdem hat sich unser gemeinsames Spiel immer weiter verdichtet. Im August 2026 war er unser Gast bei einer Konzertreise durch Westfalen. Nun öffnet er uns die Tür zu seiner Heimat.
Die Konzerte in Paderborn, Sendenhorst und vor Schloss Senden haben gezeigt, welche Kraft diese Besetzung entwickeln kann. Mehr als 200 Menschen kamen an die Paderborner Busdorfmauer, knapp 300 Besucher erlebten das Konzert im Schlosspark Senden. Die Presse beschrieb ein Quartett, das wie lange eingespielt wirkte, und würdigte das Gespür für Form, Timing, Dynamik und harmonische Tiefe. Diese Resonanz hat uns sehr gefreut, weil sie genau das berührt, worum es uns geht: gemeinsames Spiel, Aufmerksamkeit und eine Musik, die Menschen erreicht.

Im Zentrum unseres Programms stehen deutsche Volkslieder, die in Westfalen Resonanz finden, eigene Kompositionen und musikalische Bilder des Unterwegsseins. Vertraute Melodien wie „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ oder „Das Wandern ist des Müllers Lust“ werden zum Ausgangspunkt für neue Harmonien, rhythmische Bewegungen und Improvisationen. Die Lieder tragen ihre Geschichte in sich und öffnen zugleich Räume, in denen etwas Neues entstehen kann. Wir nennen diese Musik „Folks Musik“.
Sebastian Altekamp gibt diesen Liedern mit seinen Voicings und seinem großen harmonischen Wissen immer wieder neue Farben. Ruud Ouwehand besitzt am Kontrabass ein außergewöhnliches Gespür für Form, Timing und musikalische Entwicklung. Mein Schlagzeug verbindet die Stimmen, setzt Impulse und hält die Bewegung offen. Auf diesem Fundament kann Alberto seine Bögen entfalten, mit Wärme, Virtuosität und jener unmittelbaren Spielfreude, die unsere Konzerte mit ihm prägt.
Das Gastspiel in Puente la Reina ist zugleich ein wichtiger Schritt für unser Konzept „Artist Import / Artist Export“. Wir laden Musiker aus europäischen Regionen ins Münsterland ein, arbeiten miteinander und entwickeln gemeinsame Programme. Aus diesen Begegnungen entstehen Gegeneinladungen, neue Konzertorte und dauerhafte Verbindungen. So wächst ein Netzwerk aus persönlichem Vertrauen und gemeinsamer künstlerischer Arbeit.
Darauf bin ich stolz. Das MünsterLand Trio vertritt unsere Region in Navarra mit einer Musik, die hier verwurzelt und zugleich weltverbunden ist. Unter der romanischen Brücke von Puente la Reina begegnen sich am 29. August das Münsterland und Navarra. Der Jakobsweg wird dabei für einen Abend zu einer musikalischen Verbindung, die weit über diesen einen Auftritt hinausreichen wird.